Datenzentrum und Supercomputer werden Emails, Webseiten, Telefonate abhören. 2005 berichtete die New York Times über ein rigoroses Abhörprogramm der National Security Agency zur Überwachung nationaler Kommunikationskanäle. Wie Wired nun meldet, scheint die Behörde jedoch weit größere Ziele zu verfolgen.

In der Wüste Utahs entsteht derzeit für zwei Milliarden US-Dollar ein neues Spionagezentrum, von dem aus künftig nicht nur das gesamte Web, Emails, Telefonanrufe, sondern auch verschlüsselte, nicht öffentlich zugängliche Daten durchleuchtet werden sollen. An diese Daten werde die NSA unter anderem über die Anzapfung der Telekommunikationsanbieter gelangen. Hinzu kommen Informationen, die mit Spionagesatelliten gesammelt werden.

Unzählbare Datenmengen

Um die gigantischen Informationsmengen verwalten zu können, wird bis zum kumulierten Start im September 2013 vier 2.300 Quadratmeter große Serverfarmen errichtet, die angeblich Platz für ein Yottabyte (1024 Bytes) Daten bieten könnte. Genug Speicherplatz, um sämtliche Kommunikation der Welt – von der Google-Suche bis zum Videochat – mitschneiden zu können – oder umgerechnet 500 Quadrillionen (500.000.000.000.000.000.000) Seiten Text.

Um diese Datenflut besser auswerten zu können, baut die NSA einen Exo-Flop-Supercomputer, der bis 2018 komplett integriert werde. Das Entwicklerteam dahinter beschreibe den Computer als „Durchbruch“ bei Brute-Force-Entschlüsselungssystemen. Kein Passwort solle sicher bleiben.

Massive Kosten

Die restlichen 8,4 Hektar des Hochsicherheitsareals würden für technischen Support und Administration benötigt. Die benötigten 65 Megawatt Strom werden von einem eigens errichteten Kraftwerk aus der Umgebung zugespeist. Sollte die Anlage von der Außenwelt abgeschnitten werden, liefern Generatoren Energie für drei Tage. Die Wasserversorgungsanlage könne 6,4 Millionen Liter pro Tag durch die Leitungen pumpen.

Der Bau des neuen Spionagezentrums in Utah koste die NSA rund zwei Milliarden Dollar. Hinzu kommen gigantische Betriebskosten. Allein die Stromrechnung wird die US-Steuerzahler jährlich 64 Millionen Dollar kosten. (zw, derStandard.at, 19.3.2012)

Quelle: derStandard.at